Philipp´s Expedition Grönland Part II

 

Blogeintrag 2: Aufenthalt auf Island – Getting into the right position

PHOTO-2019-07-21-11-16-02

Schön war es in Seydisfjördur einzulaufen. Seydisfjördur ist ein netter Ort auf der Nordostseite von Grönland. Nach einer langen Zeit auf See, bei uns waren es immerhin sieben Tage ohne festen Boden unter den Füßen und einer Sicht gegen Null (wegen Nebel), ist es immer ein spannender Moment wieder an Land zu sein. Alles ist plötzlich wieder ruhig unter den Füßen und es wird einem leicht schummrig denn das Gehirn ist noch auf die ständigen Ausgleichsbewegungen der See eingestellt. Tipp: versucht mal kurz nach Landkontakt in die Luft zu springen, fühlt sich witzig an. 😉

Einen kompletten Tag Aufenthalt haben wir in Seydisfjördur. Wir nutzen ihn um den Ofen in der Santa Maria in Betrieb zu nehmen und die Windsteueranlage abzubauen. Den Ofen werden wir jetzt von Tag zu Tag immer mehr brauchen, denn es wird kälter. Die Wassertemperatur ist mittlerweile auf 6 Grad abgefallen und da sich das Leben unter Deck der Santa Maria unter der Wasserlinie abspielt ist es ohne Ofen trotz Isolation schon eher ungemütlich. Die Windsteueranlage, die sich hinten am Heck befindet, haben wir vorsorglich abgebaut denn bei Eiskontakt, den wir in jedem Fall haben werden kann die Anlage zerdrückt werden.

Eis ist das alleseinnehmende Stichwort in diesen Tagen. Durch Wetterkarten haben wir erfahren, dass die Eislage vor dem Scoresbysund kritisch ist. Dieses Jahr gibt es wohl extrem viel Treibeis und genau dieses sammelt sich vor dem Fjord und bildet einen Eisgürtel, der nicht zu durchbrechen ist. Bei 3/10 Eis können wir mit einem Schiff, von der Größe und Stärke wie der Santa Maria einfahren. Momentan hat es aber 8/10 Eis, heißt Eisschollen mit einer Länge von bis zu 500 Metern und eine Dicke von 70-80cm und das auf dem offenen Meer. Bei entsprechender Dünung ergibt sich ein übles Auf- und Ab des Eises, vergleichbar mit einem riesigen Mahlwerk, wir mit der Santa Maria sind da nicht mehr als ein winziges Schrotkorn.

Für uns heißt das jetzt die Wetterkarten und Icecharts genaustens zu studieren. Dafür fahren wir nun hoch nach Husavik. Husavik ist der Ort im Norden Islands von wo die meisten Schiffe Richtung Grönland aufbrechen. Dort erhoffen wir uns Infos aus erster Hand.

Das Treibeis ist wie ein Floß, bei entsprechender Windrichtung und Meeresströmungen kann es sich auch sehr schnell wieder wegbewegen. Deswegen werden wir uns jetzt in Husavik in Lauerstellung legen, um dann im richtigen Moment nach Grönland über zu setzen. Es wird spannend!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s