Philipps Grönland Expedition Part II

Im folgenden Text berichtet mein Bruder über seine neuesten Eindrücke über den zweiten Teil seiner Grönland Expedition…. Seid gespannt

 

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“We will finish, what we started!”

Noch nicht einmal ein Jahr ist es her als wir von der letzten Expedition heimgekommen sind. Am sechsten Oktober und nach drei Monaten des ständigen unterwegs Seins, laufen wir wieder im Hafen von Mallaig ein. Damals, das wissen wir Drei (Stefan Glowacz, Thomas Ulrich und ich) alle noch ganz genau haben wir uns geschworen so schnell nicht wieder ein Segelschiff zu betreten und jetzt sitze ich hier in meiner Koje 100 Seemeilen vor Island, es ist Montag der 15. Juli 2019.  

Für alle die sich noch ein paar Infos zur letztjährigen Expedition holen möchten, ist hier ein kleiner Beitrag. Alle Anderen überfliegen den Teil einfach 😊

 

Philipp´s Expedition Grönland Part I –   als Expeditionsnovize in Grönland

Zu Wasser, zu Lande und am Berg

Anfang Juli 2018 brachen Stefan Glowacz (53), Fotograf und Arktisexperte Thomas Ulrich (51) und ich, Philipp (25) der Expeditionsnovize, auf um in einem großen Abenteuer drei unterschiedliche Expeditionsstile zu verbinden: Segeln, eine Eisdurchquerung und Freiklettern an einer Big Wall. 

Jeder, der schon frühere Expeditionen von Stefan verfolgt hat, weiß dass diese unter der Prämisse „by fair means“ ablaufen und dass der Weg hin zum eigentlichen Ziel schon Teil des Abenteuers ist. 

Für uns bedeutete dies, mit dem Elektroauto von München hoch nach Schottland um von dort auf die 14,5 Meter-lange Expeditionssegelyacht „Santa Maria“ zu steigen. Unter Leitung unseres Skippers Wolf Kloss durchquerten wir die Dänemarksee. Seekrankheit und Stürme ahoi! Nach 27 langen Tagen an Board erreichten wir unseren Ausgangspunkt, den Eqi-Gletscher, auf der Westküste Grönlands. 

Von dort ging es aufs Inlandeis um dort die knapp 1000 Kilometer lange Distanz von West- nach Ostgrönland zu wagen. Während Stefan, Thomas und ich über die Eiskappe liefen machte sich Wolf mit seiner Crew auf den langen Weg (rund 1.200 Seemeilen) zum geplanten gemeinsamen Treffpunkt auf der Ostküste: den Scoresbysund, der längste Fjord der Welt. 

Während wir mit extremen Temperaturen bis zu -40 Grad zu kämpfen hatten, musste sich Wolf auf der Ostküste mit starken Nordwinden und damit Gegenwind herumschlagen.

Nach 40 Tagen erreichte das Eis-Trio den Scoresbysund, von Wolf keine Spur. Ob er es überhaupt noch hoch bis zu unserem vereinbarten Treffpunkt schaffen würde…ungewiss. Wolf schaffte es und mit einer Woche Verspätung trafen wir am 17. September wohlbehalten aufeinander. 

Schon etwas angeschlagen von den Strapazen der Überquerung, stand noch ein Teil bevor: das Klettern. Nach kurzem Versuch mussten wir für uns begreifen, das Klettern keinen Sinn mehr machte. Die Temperaturen an der Küste zu niedrig, der Winter hatte schon Einzug genommen. Daher traten wir am 21. September die längst schon überfällige Rückreise an. 

Am 11. Oktober trafen wir wohlbehalten in der Heimat ein. 

Eine für mich unglaublich spannende Zeit und es vergeht kaum ein Tag an dem Ich nicht an Grönland denke und was Ich dort alles gelernt habe.

Im Sommer 2019 werden wir uns wieder auf den Weg nach Grönland machen, um dort die noch ausstehende Erstbegehung zu vollenden.

 

Blogeintrag 1: Schottland by train und Segelreise bis Island

Der Sommer 2019 ist jetzt. Am siebten Juli starteten wir wieder. Die Mission: das zu Ende zu bringen, wo wir beim letzten Mal aufhören mussten. Nämlich an der Wand des 1400 Meter hohen Grundvigskirken.  Der Grundvigskirken (benannt nach einer riesigen Kathedrale in Dänemark) steht im Scoresbysund, dem längsten Fjord der Welt – Also genau an dem Punkt an dem wir 2018 unsere Eisdurchquerung beendet haben und zum Klettern übergehen wollten. Der Berg wurde bisher zweimal bestiegen, ein schwedisch/britisches Team und ein Schweizerteam. Das eigentliche Herzstück, die direkte Variante, mitten durch die schwierigsten Wandteile des Berges bisher undurchstiegen. Genau das ist unser Ziel!

Unser diesjähriges Team: Stefan Glowacz, Christian Schlesinger, Markus Dorfleitner, Skipper Wolf Kloss mit seinem Sohn Daniel und ich.  Bild

Es ging los mit dem Zug von Starnberg bei München, 24 Stunden später trafen wir schon in Oban, der Ort an dem wir Wolf und die Santa Maria trafen, ein. 

Auszug aus meinem Tagebuch: 

„7. Juli: Komisch jetzt schon kurz vor Oban zu sein, wenn man noch die Odyssey vom letzten Mal im Kopf hat. Damit ist die Anreise von Grönland 2018 gemeint. Damals haben wir mit unseren E-Autos ganze vier Tage gebraucht. In London Glück gehabt den „Caledonian Sleeper“ grad noch so erwischt zu haben. Genial, im erste Klasse Abteil schlafen wir uns nach Glasgow.“

Die Anreise ging so entspannt von statten, dass wir am nächsten Tag schon bereit waren los zu segeln. Erstes Ziel, das 600 Seemeilen entfernte Island. Die Angst vor der offenen See und der damals übel aufkommenden Seekrankheit wurde vorerst durch eine zweitägige Fahrt gen Norden durch wunderschöne Kanäle eingedämmt. Erst am dritten Tag verlassen wir die Kanäle und die offene See tut sich auf. 

Auszug aus meinem Tagebuch: 

„11. Juli: Es ist als wäre keine Zeit vergangen. Die Santa Maria (unsere Expeditionssegelyacht) ist immer noch nicht gewachsen und riecht auch noch gleich muffig. Aber irgendwie freue ich mich auch wieder hier zu sein, trotz der womöglich aufkommenden Seekrankheit. Vielleicht sind wir ja tief in unseren Herzen doch Seemänner meint Stefan. Draußen tut sich so langsam die Meeresdünung auf, wir sind raus aus den Kanälen, sehen Delphine. Ich gehe unter Deck. Ein letztes Mal betrachte ich die äußeren Hebriden, bei meiner nächsten Schicht wird kein Land mehr in Sicht sein. Noch keine Spur von Seekrankheit, aber das Gefühl vom letzten Mal sitzt mir tief in der Magengegend. Morgen wird ein spannender Tag.“

Naja, auch nach sieben Tagen auf See immer noch keine Spur von Seekrankheit. Vermutlich hängt das mit der ruhigen See und den diesmal besser getimten Medikamenten zusammen. Stefan und ich können die Überfahrt regelrecht genießen und wir trainieren sogar an Bord um uns für die Kletterei fit zu halten.  

Morgen werden wir wie gesagt in Island einlaufen, um dort ein kurzen Stopp einzulegen um Diesel und Wasser zu tanken, dann geht es weiter nach Grönland. Noch einmal 400 Seemeilen bis in den Scoresbysund. Sechs Wochen wird unsere Expedition vermutlich dauern, eine lange Zeit. Bei der letzten Expedition 2018 waren es sogar drei Monate. Damals hat es mir sehr geholfen das Gesamtpaket als solches in Etappen zu gliedern. Erste Etappe hervorragend abgehakt! Stay tuned…

  

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